Pressemitteilung der ABL vom 03.03.2005
JOSEF GOSTEN
Bezirksvertreter der ABL in der Bezirksvertretung Kornelimünster/Walheim
Josef Gosten . Heidchen 31 . 52076 Aachen . Tel. / Fax: 02408-8650
Die Anwohner des Viertels vor dem Hauptbahnhof Aachen
sind zu recht ungehalten, daß sie so spät erfahren haben, was der Umbau des
Bahnhofvorplatzes im einzelnen bedeutet. Auch diese städtebauliche Programmplanung
ist seit 1998 weitgehend in nicht öffentlichen Ausschußsitzungen verhandelt
worden. Begründung dafür ist wahrscheinlich § 6 der Geschäftsordnung des Rates.
Dort steht in Abs. 2 „Die Öffentlichkeit
ist in folgenden Angelegenheiten ausgeschlossen: Ziffer 13 Entwurfskonzeptionen
zu Stadtentwicklungsprogrammen, Bauleitplänen und Verkehrsplanungen, soweit
schutzwürdige Interessen berührt werden.“ Der Ausschluß der Öffentlichkeit
gilt wohlgemerkt nur, wenn und „soweit“ schutzwürdige Interessen berührt werden.
Wer hatte denn in Sachen Neugestaltung des Bahnhofplatzes schutzwürdige Interessen,
die geheim bleiben sollten ?
Warum dürfen die Bürger nicht mitdenken? Persönliche
Angelegenheiten sind in der Regel überhaupt nicht betroffen. Wenn Architekten
ihre Planungen vorstellen und die Ratsmitglieder oder Ausschussmitglieder
ihre Meinung dazu sagen, ist das keine persönliche Angelegenheit, die hinter
geschlossenen Türen verhandelt werden muß.
Aber die Einschränkung des „soweit“-Satzes wird geflissentlich
übersehen.
Ein neues Beispiel ist jetzt in der Bezirksvertretung
Kornelimünster/Walheim zu beobachten. Der Bezirksvertreter der ABL, Josef
Gosten, hat ein neues Fördermodell für die Vereine vorgeschlagen und möchte,
daß dieses Modell zunächst einmal mit drei Vereinen, die den alten Bahnhof
in Walheim nutzen, als Pilotprojekt durchgeführt wird. Prompt steht sein Antrag
auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung, am 16.03.2005 im nicht öffentlichen Teil. Aber auch bei Liegenschafts-
angelegenheiten (Ziffer 9 im § 6 ) gibt es den „soweit“-Satz. Es geht im vorliegenden
Fall nicht um konkrete Mietverhandlungen und nicht um die Darlegung der finanziellen
Situation der Vereine, sondern um die Entscheidung für eine neue Art der Förderung.
ABL Bezirksvertreter Josef Gosten ist sauer. Er vermutet, daß die großen Parteien sich weg ducken und eine Idee, die nicht von ihnen kommt, unauffällig vom Tisch wischen wollen. Der Kampf um die örtlichen Vereine geht weiter. Die Landtagswahl steht vor der Tür!